Maria Mengwasser

Meerschweinchen

Physiologische Daten, Haltung und Pflege

Lebenserwartung: 4 – 9 Jahre
Geschlechtsreife, maennlich: 9 – 10 Wochen
Geschlechtsreife, weiblich: 4 – 6 Wochen
Traechtigkeitsdauer: 59 – 72 Tage
Wurfstaerke: 1 – 6
Gewicht, maennlich: bis 1400g
Gewicht, weiblich: bis 1100g
Geburtsgewicht: 60 – 150g
Absetzalter: 3 Wochen
Kopf-Rumpf-Laenge: 20 – 35cm
Koerpertemperatur: 37 – 39 Grad Celsius, bei Erregung erhoeht.
Zaehne: oben und unten je 2 Schneide – und 8 Backenzaehne.

Bevor der Entschluss gefasst wird, einem Meerschweinchen ein neues Zuhause zu geben, muss wie bei allen anderen Tieren auch, genau geklärt werden, wer sich mit dem Tier ausreichend beschäftigen will und kann!

Haltung und Pflege

Mehrmals täglich sollte das Meerschweinchen freien Auslauf im Zimmer haben. Es geht dabei auf Entdeckungsreise, läuft geschäftig hin und her, kriecht in dunkle Ecken, rennt und springt über kleine Hindernisse. Das Anknabbern von Textilien, Tapeten und Gegenständen geschieht meist nur aus Langeweile und wird durch immer neue Ablenkungen und Beschäftigungsangebote unterbunden.
Nach dem Spielen ruht es gerne auf dem schoss des Besitzers aus und lässt sich kraulen. Wenn jemand wenig Zeit hat oder den ganzen Tag berufstätig ist, trotzdem aber gerne Meerschweinchen in der Wohnung halten will, sollten unbedingt zwei Tiere angeschafft werden. Am besten eignen sich dafür zwei junge Weibchen oder ein kastriertes Männchen und ein Weibchen. Bei zwei Männchen kann es schnell zu Kämpfen kommen. Es genügt dann auch, wenn die Tiere morgens und abends gemeinsam den Käfig verlassen können.

Der Käfig für die Einzelhaltung darf nicht zu klein sein. Er muss sich leicht reinigen lassen. Mindestgrösse für ein Tier sollte bei zwei Quadratmetern liegen. Eine Raufe für Heu und Grünfutter, ein schwerer Napf aus Steingut und ein Schlafhäuschen bilden die Inneneinrichtung. Gerne werden so genannte Nager-Toiletten, die aus einer dreieckigen Plastikwanne bestehen angenommen. Diese sollte täglich gereinigt werden.
Für die Einstreu eignen sich feine, unbehandelte Hobelspäne. Obenauf kommt eine Schicht aus kurzem Stroh. Die Streu sollte mindestens einmal die Woche erneuert werden. Besonders im Sommer ist die häufige Reinigung wegen der großen Infektionsgefahr eine dringende Notwendigkeit. (Das Hinterteil von Nagern sollte täglich kontrolliert werden, da Fliegen gerne ihre Eier in der Gegend absetzen, aus denen sich schließlich Maden bilden. Besondere Vorsicht ist deshalb auch bei Durchfallerkrankung angezeigt.) Torfmull ist aus Gründen eventueller Pilzinfektionen nicht geeignet.

An einem hellen, zugfreien Platz ist das Meerschweinchen am besten untergebracht. Der Käfig sollte aber nicht auf dem Boden stehen, sonst sieht das Tier lediglich die Waden der Familienmitglieder. Sind ein Balkon oder ein Garten vorhanden, fühlt sich das Meerschweinchen bei schönem Wetter natürlich dort am wohlsten. Es muss nur vor Regen oder starker Sonne geschützt sein.
Die Haltung mehrerer Meerschweinchen und die Aufzucht von Jungtieren ist nur sinnvoll, wenn ein Gehege und ein wetterfestes Schutzhaus in einem Garten zur Verfügung stehen. Der Auslauf muss unbedingt zum Schutz vor Hunden, Katzen und Greifvögeln von oben mit einem Drahtgitter abgedeckt sein. Es ist vorteilhaft, wenn das Dach des Schutzhauses zur besseren Kontrolle und Säuberung des Innenraumes abnehmbar ist. Der Eingang des Häuschens darf nicht an der Wetterseite liegen und muss mindestens so breit sein, dass ein hochschwangeres Muttertier noch bequem aus – und eingehen kann.
Futterraufen an den Innenwänden gewährleisten, dass die Tiere auch bei anhaltendem Regenwetter mit trockenem Grünfutter oder Heu versorgt werden können. Die Meerschweinchen können bis in den späten Herbst in so einem Freigehege bleiben; vor Frosteinbruch sollten sie aber in einem festen Stall oder ins Haus gebracht werden.

Fütterung

Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich am liebsten von Grünfutter, das sie selbst abweiden können. Da dies aber in der Kleintierhaltung, vor allem im Winter, nicht immer möglich ist muss für möglichst vollwertiges Futter gesorgt werden. Meerschweinchen sind an sich sehr anspruchslos und schnell an bestimmte Futtersorten zu gewöhnen.
Hier aber eine Warnung:
Pflanzen und Küchenabfälle, die mit Pflanzenschutzmitteln in Berührung gekommen sind, können für Meerschweinchen tödlich sein.
Nie Grünfutter an Rändern von stark befahrenen Strassen sammeln! Autoabgase, Schmutz und andere Schadstoffe machen solches Grün für Meerschweinchen ungenießbar. Auch frisch gepflücktes, Grünfutter darf nur sofort nach dem Sammeln gegeben werden, (immer abwaschen und trocknen!).
Alles, was nicht gefressen wurde, muss sofort wieder entfernt werden. Durch warme Feuchtigkeit, wenn sich die Tiere z. B. auf das Grün legen, kann es zu Gärungen kommen. Solches Futter und auch viel Kohl können zu Blähungen führen. Am besten verzichtet man ganz auf die Fütterung von Kohl.
Gutes, trockenes und frisches Heu knabbern die Meerschweinchen zu jeder Jahreszeit gern und sollte immer zur Verfügung stehen. Der Verdauungstrakt der kleinen Tiere ist darauf angelegt, ständig befüllt zu werden, Bei “Leerlauf” kann es ansonsten schnell zu Problemen kommen. Das Heu darf aber, wie altes Brot, nie muffig oder gar schimmelig sein.
Da die Zähne der Meerschweinchen immer nachwachsen, brauchen sie etwas um sie abzunutzen. Trockenes, hartes Brot, einige dickere Zweige, Steckrüben und Möhren sind z.B. dafür geeignet.
Im Sommer sollten beim Sammeln von Grünfutter neben Gras und Löwenzahn auch einige Wildkräuter wie Brennnessel, Wegerich, Beifuss, Melisse, Pfefferminze oder Kamille im Korb sein. Sie sind preiswerte Heilmittel aus der Apotheke der Natur und helfen Krankheiten und Mangelerscheinungen vorzubeugen. (Vorsicht mit Petersilie bei trächtigen Meeris!)
Außerdem sichern sie eine ausgewogene Zufuhr der wichtigsten Vitamine und Spurenelemente. Wenn keine Möglichkeit der Frischfutterbeschaffung aus der freien Natur besteht, füttert man Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Gurken, Salat oder deren Abfälle aus der Küche.
Auch hier gilt: Nur einwandfreie, nicht gespritzte und unverdorbene Reste füttern!
Körnermischungen aus Mais, Hafer, Weizen und Sonnenblumenkernen oder fertig gekauftes Kraftfutter wird hauptsächlich im Winter gegeben. Bei zuviel Kraftfutter werden Meerschweinchen allerdings leicht zu fett. Täglich eine Handvoll pro Tier ist durchaus ausreichend.
Steht im Winter wenig Obst oder Gemüse zur Verfügung, kann dem täglichen Trinkwasser etwas VitaminC (Produkte für Meerschweinchen verwenden) hinzugefügt werden. Meerschweinchen können als einziges Nagetier kein Vitamin C selbst bilden.
Auch gutes Heu täglich ist im Winter eine sichere Fütterungshilfe.

Trinken

Bei ausreichender Grünfütterung können Meerschweinchen ganz ohne Wasser auskommen. Sie sollten aber immer die Möglichkeit haben, Wasser aufzunehmen. Es muss also immer frisches Wasser zur täglichen Fütterung bereit stehen.
Am besten eignen sich Trinkautomaten, die sich leicht an den Gitterstäben des Käfigs anbringen lassen und täglich neu gefüllt werden können. Näpfe und Schüsseln sind ungeeignet, denn das Wasser wird zu schnell verschmutzt oder umgeschüttet.

Stand: 26. März 2010
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